abschied. leise. servus.

systours | 24 Dezember, 2007 (22:40) | auf maure

tag 11.

später als uns lieb ist, werden wir wach. wir schleichen zum speisesaal. der nette koch macht uns wegen eines engpasses des gemüselieferers statt des gewünschten tomatenomeletts ein paar spiegeleier. wir geniessen unser henkersfrühstück. der trend zum familienausflug mit kinderschar scheint eine saisonale geschichte zu sein, der wir gerade so entkommen sind. am nebentisch sitzen versammelt drei generationen. friedlich, weil gejetlagged. das haar verrät es: neben oma und papa sitzt zwillingssack flöhe mit beckhamfrisuren und strassohrringen. wir mögen zwar kinder als solche, wenn wir uns aussuchen können, welche. satz mit t. das war wohl timing.

ich nutze den unverplanten tag, um unter anderem dem koch für alles mögliche zu danken. gesagt habe ich sinngemäß: danke!, gemeint habe ich: danke! für das wirklich allerbeste essen, das ich je in einem urlaub zu essen bekam! speziell dafür, daß ich keinen knorpel im fleisch hatte. und nicht zuletzt dafür, daß sie die kühlkettengeschichte ernst genommen haben. nicht alles im leben ist selbstverständlich.

ich treffe den manager der frühschicht, wie er gerade die buffetdekoration für den nachmittag koordiniert. ich sage ihm, wie sehr ich mir wünsche, bald wieder hier urlaub zu machen und betone, wie sehr wir den service goutiert haben. er freut sich tatsächlich über die positive rückmeldung und fragt, wann wir denn abreisen würden. “tomorrow morning at 5? ok, i will make sure, you get a little breakfast with coffee in a thermo this evening as you are leaving that early.” großartig.

gegen nachmittag treffe ich noch arun und steve an der bar. steve schaut etwas belämmert. arun klärt auf. “he lost some money betting on a horse yesterday.” für ihr nächstes projekt jedenfalls wünsche ich den beiden alles gute. sie möchten nächstes jahr zusammen nach neuseeland, um dort zu arbeiten. es war schön, die beiden kennenzulernen.

nach dinner kommt getränk. nach getränk wehmütiger abschiedsschwatz mit ein paar menschen, die wir mehr oder weniger gut kennen und weiteres ade vom personal. während der mann noch bleibt, sehe ich zu, wenigstens etwas schlaf zu bekommen. erwartungsvoll suche ich das zimmer nach dem frühstück ab. schade. im kühlschrank liegt die banane vom morgentlichen buffet. immerhin. die koffer sind soweit gepackt. es kann losgehen.

heute kein bild. nicht mal von einem sonneuntergang. dänemark, bitte übernehmen.

tag 12.

obwohl unser flug erst um 8 geht, empfahl man uns, nicht zu knapp loszufahren, also wirft uns der weckruf punkt 4 aus dem bett. eine viertel stunde später steht das versprochene frühstück vor der tür. wieder eine viertel stunde später kommt jemand, um unsere koffer abzuholen. ich bin überfordert. das taxi wartet auch schon. irgendwie geht alles viel zu schnell. gerne hätte ich noch eine geplotzt. trotz frühen zubettgehens fühle ich mich wie fallobst. das soll sich während der fahrt nicht ändern. als wir am flughafen ankommen, ist es seit 10 minuten hell.

wir begehen einen folgenschweren fehler. erstens sehen wir jetzt, warum wir so früh da sein sollten (warteschlange, die ihresgleichen sucht) und zweitens lassen wir zu, daß uns der taxifahrer direkt in die warteschlange bugsiert. keine chance für eine letzte kippe, denn plötzlich wird ein weiterer kontrollpunkt geöffnet und wir sind nummer 2 in der neuen warteschlange. hätten wir vorher gewußt, daß der flughafen rauchfrei ist, wir hätten noch eine schachtel weggepetzt. nichts zu machen. das erste mal begegnet mir meine hausmarke. im duty free. toll. das wurde aber auch zeit. ich will sofort eine rauchen.
die kommenden 12 stunden ziehen sich höllisch. das bordkino bietet eine elende schmonzette mit cathrine zeta-jones. an schlaf ist nicht zu denken. in der fünftletzten reihe sitzend, sind wir eingekreist von tschechischen fotografen, die sich, mit kurzen pausen dazwischen, gegenseitig ablichten. sie haben obendrein eine verschwindend niedrige distanzschwelle fremden gegenüber, sie schießen ein paar bilder von den landschaften unter uns, quasi über meine schulter hinweg. oh gott, wenn nur nicht dieser schlechte film laufen würde. wäre mit rauch besser zu ertragen. see.jpg

streckenweise bekommen wir aber auch ausgesprochen schönes zu sehen. unwirkliche wüsten, riesige seen, nicht enden wollende, lebensfeindliche gebirge. inzwischen schlafen einige der fotografen. um das besser tun zu können, haben sie ihre schuhe ausgezogen. es dauert fast eine stunde, bis sich die luft einmal komplett umgewälzt hat und die füße an stinkpower verloren haben. ich möchte dringend eine rauchen.

irgendwann landen wir aber auch endlich. das tschechische kamerateam nimmt denselben shuttlebus zum parkhaus wie wir. nach 12 stunden käfig nochmal in einen käfig durch die nacht fahren, das blüht uns zwar auch, aber nur eine halbe stunde lang. irgendwie tun sie einem leid. zuhause angekommen, müssen wir erstmal die kater resozialisieren und mühevoll wiedererkennungsarbeit leisten.

schöner urlaub. so ganz ohne katzenklo sauber machen, einkaufen und toilettenpapierhalterung selber bestücken müssen. eigentlich war es die schönsten ferien, die ich je gemacht habe.

kommentare

kommentar von martini
date: Dezember 30th, 2007, 19:13

würdet ihr bitte bald wieder auf urlaub fahren? hopp!

kommentar von systours
date: Januar 3rd, 2008, 15:41

demnächst! aber nicht urlaub, doch immerhin ausland: pakistan.

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