Johannesburg II

rronboy | 21 Januar, 2008 (02:12) | südafrika

Doch es kommt viel schlimmer: Die Apartheid, offiziell vor mehr als zehn Jahren ad acta gelegt, existiert in der Realität munter weiter. Als wir uns nämlich am 31.12. gegen 23.00 Uhr aufmachen, um in einem örtlichen Hotspot den Rutsch in das neue Jahr zu begehen, wird uns zunächst der Einlaß verwehrt. Begründung: “You don’t fit in here, you know!”. Ich tanze vor der Clubtür hektisch den Mandela und den Claudiroth, aber die Situation entspannt sich erst, als ich meine Ehefrau und mich kurz vorstelle (”This is my wife, Solveig, and I’m her husband, Solvenz. Knickknack!”). Der ausgewiesene Eintrittspreis von 200 Rand (2 EUR) wird kurzerhand für nichtig erklärt. 400 Rand sorgen für Zutritt.

Kurzer Einwurf: Ich nenne meine Ehefrau hier “meine Ehefrau” und nicht - wie in diesen Blogs offenbar Usus - “Lieblingslektorin”, “Beifahrerin” oder “Rosettengott mit dem riesigen braunen Hammer”, weil sie weder ständig Geschriebenes von mir gegenliest, noch dauernd neben mir im Auto sitzt und zwar einen Hammer besitzt, der aber überhaupt nicht braun ist. Aber meine Ehefrau ist sie konstant.

Hurra, der Kaiser

Jedenfalls sind wir um 23.45 Uhr im Laden drin und zögern nicht, die Bar mit unserer Kohle zuzuscheißen, wie weiland Mario Adorf F.X. Kroetz. Bei einer derartigen Summe Penunzen verwundert es dann natürlich auch nicht weiter, dass der Kaiser nicht weit ist.
Sekunden vor zwölf wird der Countdown gezählt, Momente danach habe ich eine wunderschöne Eingeborene am Ohr hängen, die mir neben viel Unwesentlichem vor allem eine Sache nahelegt, nachdem sie sich mehrfach versichert hat, dass ich aus Deutschland komme: Sie kann ein Wort auf Deutsch. Ich insistiere, bohre nach, bin mein eigener Niggemeier, dann bricht es aus ihr heraus. “Schwanz” - “Hä” - “That’s the only german word I know! Schwanz!” -”Ah, Ok. hehe. Great.” Hier komme ich öfter her.

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